Lesen Teil 1 - Bienen - النحل
Kaffee verleiht neuen Schwung und hebt die Stimmung. Viele Kaffeetrinker schätzen diesen Effekt des Koffeins. Forscher der Ruhr-Universität Bochum haben das Phänomen untersucht und herausgefunden. dass Koffein selektiv das Erkennungsvermögen für positive Begriffe schärft. Die Wahrnehmung von negativen oder neutralen Wörtern verändert der Muntermacher dagegen nicht. Es war bereits vorher bekannt, dass der Mensch beim Lesen emotional positiv besetzte Begriffe besser uns schneller erfasst als negative oder neutrale Wörter. Die anregende Wirkung von Koffein auf das Denkvermögen und die Aufmerksamkeit ist durch Studien ebenfalls gut belegt. Psychologen wollten nun durch ihre Untersuchungen herausfinden, ab es eine Kombinationswirkung dieser beiden Effekte gibt. Dazu führten sie Tests mit 66 Teilnehmem durch. Die Kontrollgruppe bekam ein wirkstofffreies Präparat, die Versuchsgruppe dagegen 200 Milligramm Koffein, was etwas zwei bis drei Tassen Kaffee entspricht. Die Teilnehmer in beiden Gruppen konnten positiv besetzte Begriffe deutlich besser und schneller erkennen. Das Koffein hat allerdings diesen Effekt überproportional verstārkt. Das kõnnte daran liegen, dass Koffein Hirnfunktionen beeinflusst, die auf dem Neurotransmitter Dopamin beruhen.
Ihr Gehirn ist gerade ein Millionstel Mal so groß wie unseres, und doch haben sie ein Verhalten inklusive Sozialleben und Kommunikation entwickelt, über das wir nur staunen können. Sie bestäuben nicht nur viele Pflanzen, sondern haben die Entwicklung dieser Pflanzen erst ermöglicht sowie gegenseitig ihre Evolution vorangetrieben: In Amerika wurde die bisher älteste Biene entdeckt. Sie lag seit 100 Millionen Jahren in Bernstein in Burma, und sie war winzig -2,95 Millimeter lang, so winzig wie die Blüten, die sie damals bestäubte. Dann wuchsen beide auf ihre heutigen Größen. Fast gleichzeitig wurde das Genom der Honigbiene veröffentlicht. Das zeigt, dass Bienen für die Blütensuche bestens gerüstet sind. Sie haben 170 Gene für Geruchs-Rezeptoren. Dafür ist ihr Geschmacks-Repertoire extrem schmal. Die Forscher führen das darauf zurück, dass Bienen zum gegenseitigen Wohl mit Pflanzen zusammenleben. Sie müssen nicht mit Gift-Gegenwehr der Pflanzen rechnen und deshalb nicht abschmecken.
Nicht nur bei Menschen bringt Koffein die kleinen grauen Zellen in Schwung - auch Bienen, die Pollen von Kaffee oder anderen koffeinhaltigen Pflanzen sammeln, kommen dabei so richtig in Fahrt. Wie die amerikanische Fachzeitschrift "Science" berichtet, erinnern sich Bienen mit der richtigen Dosis Kaffein bis zu dreimal länger an den Duft einer Futterpflanze. Das hilft nicht nur den Bienen bei ihrer Suche, sondern auch den Pflanzen. In hoher Konzentrazion ist Koffein bitter und schreckt Insekten ab. In geringen Dosen scheint er die Bienen aber nicht zu stören, sondern ihnen eher auf die Sprünge zu helfen. Koffein stärke offensichtlich das Langzeitgedächtnis der Bienen, schlussfolgerten die Forscher aus ihrem Versuch. Sie konnten diese Wirkung auch im Gehirn der Insekten nachweisen: Koffein veränderte dort die Erregbarkeit von Neuronen, die mit dem Geruchslernen in Verbindung stehen. Dadurch wird wahrscheinlich die Sammelleistung der Bienen gesteigert. Gleichzeitig erhalten die Pflanzen treue Bestäuber.
Es ist ein schwerer Gang im Leben jedes Imkers. Die paar Schritte hin zu seinen Völkern im Frühjahr, wenn an den Fluglöchern eigentlich schon seit Tagen emsiges Treiben herrschen sollte aber stattdessen nur Stille von einer Tragödie kündet. Ein paar Schritte, bevor der Imker den Deckel von der "Beute", wie ein Stock in der Fachsprache heißt, nimmt und schließlich Gewissheit über das erlangt, was er längst befürchtet hat: Das ganze Volk - tot. Es ist frustierend, wenn ein Imker Ende Februar Handvoll um Handvoll vertrockneter Insekten wegschaufeln muss aber völlig ungewöhnlich ist es nicht. Jahr für Jahr überstehen zwischen zehn und 15 Prozent aller Bienenvölker die Winterruhe zwischen November und Februar nicht. Verluste, auf die die heimischen Bienenzüchter eingestellt sind: Nicht umsonst wird dem zuletzt wieder zahlreicher gewordenen Imkernachwuchs empfohlen, ihre Karriere mit mindestens drei Völkern zu beginnen - so hält sich die Frustation über Verluste in Grenzen, der Betrieb kann ungestört weitergehen.
Viele Insekten überwintern als Puppe oder Larve. Doch auch "erwachsene" Fliegen, Bienen und Käfer überleben die eisige Zeit. Wichtig ist die Wahl von geschützten Orten wie Baumritzen, Laubstreu, Höhlen, Dachböden oder Kellern. Honigbienen bilden im Nest eine Traube und wärmen sich gegenseitig durch Muskelzittern. Bei Wespen und Hummeln überwintern nur die Königinnen in Erdlöchern. Sie bauen dann im Frühling neue Staaten auf. Maikäfer überdauern als Engerlinge den Winter, Marienkäfer suchen geschützte Bereiche auf. Viele Insekten unserer Regionen sind "gefriertolerant". Sie stellen im Herbst ihren Organismus um und versetzen ihr Blut mit einem Cocktail aus Gefrierschutzmitteln. Andere Insekten erleben im Herbst ebenfalls enorme Umbauarbeiten in ihrem Körper. Die Organe werden kleiner, Herz- und Atemfrequenz sowie Körpertemperatur sind im Winter gesenkt. Egal, ob mit oder ohne Winterschlaf: Es heißt Energie sparen, um die Zeit der Minusgrade, des Schnees und Nahrungsmangels aushalten zu können.
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